Nachhaltiges Tourismuskonzept für Großglockner Hochalpenstraße – Antrag der Grünen im Umweltausschuss des Landtags

Scientists for Future hat das Angebot der Großglockner Hochalpenstraße AG, angesichts einer Baustelle auf der A10-Tauernautobahn „staufrei“ über die Glocknerstraße auszuweichen, heftig kritisiert (mehr findest du hier). Am 15. Mai 2024 wurde auf Antrag der Grünen im Ausschuß für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz darüber diskutiert, ob neue, nachhaltige Wege der Nutzung der Straße eingeschlagen werden sollen. Der Vorschlag eines autofreien Tages im Monat wurde leider von ÖVP, SPÖ und FPÖ abgelehnt.

Im Antrag heißt es wörtlich:

„Auch wenn eine Forderung der GRÜNEN, das Tempolimit von 70 km/h statt 100 km/h, im September 2022 umgesetzt worden ist und einige Projekte der GROHAG (zB Glockner-ÖkoFonds seit 1993, Ausbau mit e-Ladestationen) aus Sicht des Natur-, Umwelt- und Klimaschutzes positiv zu bewerten sind, muss das Tourismuskonzept rund um die Großglockner Hochalpenstraße grundsätzlich überdacht werden. Es steht im Widerspruch zur Gründungsidee des Nationalparks Hohe Tauern. Die beiden größten Herausforderungen unserer Zeit, die Klima- und Biodiversitätskrise, fordern mehr Schutzmaßnahmen. Vor über 50 Jahren sollte mit dem Nationalpark ein Raum geschaffen werden, der vom Menschen weitgehend unberührt bleibt.

Neue Wasserkraftwerke und Skigebiet-Erschließungen sollten damit verhindert werden. Die Nationalpark Welten beheimaten heute über 10.000 Tiere und eine vielfältige Pflanzenwelt. Es gilt ins Bewusstsein zu rücken: Nicht die Traktor-WM (21. September 2024 mit 455 Traktoren, bereits ausverkauft), die Kitzbühler Oltimer-Alpenralley am 7. September 2024 mit hunderten historischen Fahrzeugen oder die Lockangebote für Motorradfahrer:innen sichern langfristig unsere touristische Zukunft, sondern die Symbiose einer intakten Naturlandschaft mit
nachhaltigen, umweltfreundlichen Tourismusangeboten. Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA warnte im Jahr 2019 vor einem Besucher:innenansturm und einem damit verbundenen größeren Verkehrsaufkommen. Aufgrund der Nähe der Großglockner Hochalpenstraße zum Nationalpark Hohe Tauern fordert CIPRA eine signifikante Verringerung des KFZVerkehrs.

Die GROHAG geht jedoch einen anderen, klimaschädlichen Weg. Während Radfahrer:innen wohlgemeinte Tipps gegeben werden – „Apropos Bergluft: Nützen Sie für Ihre Fahrradtour zum Glockner am besten die Tagesrandzeiten, um dem Autoverkehr auf der beliebten Ausflugsstraße zu entgehen.“ – wird dem fossilen Verkehr der rote Teppich ausgerollt. Das jüngste Angebot der GROHAG, die Großglockner Hochalpenstraße als Staualternative zur A10-
Tauernautobahn zu nutzen, ist für viele Einheimische eine weitere „Watschen“, so hat es eine Uttendorferin in einem Leserinnenbrief im April 2024 ausgedrückt. Staumüde Autofahrer:innen sollen über die Panoramastraße und damit den Nationalpark ausweichen und werden mit Mautermäßigungen gelockt. Und in den Worten Grohag-Vorstand Johannes Hörl: „…wird die vergünstigte Alternativroute über die Großglockner-Hochalpenstraße ein sehr lohnendes Erlebnis werden. Kein Autobahnstau und entspannt durch die beeindruckende Hochgebirgswelt: die ideale Urlaubsan- und Urlaubsabreise.

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den Antrag, der Salzburger Landtag wolle beschließen:

  1. Die Salzburger Landesregierung wird ersucht,
    1.1. an das GROHAG-Management heranzutreten, damit die Empfehlung der Großglockner Hochalpenstraße als Staualternative für die Tauernautobahn (inkl. ermäßigte Tarife) umgehend zurückgenommen wird,
    1.2. zur Stärkung des nachhaltigen, umweltfreundlichen Tourismus einen autofreien Tag pro Monat auf der Großglockner Hochalpenstraße einzuführen und
    1.3. dem Landtag sechs Monate ab Beschlussfassung über die Ergebnisse zu informieren.
  2. Dieser Antrag wird dem Ausschuss für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.“

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