30 Jahre World Uranium Hearing – Mit alarmierenden Berichten der Navajo Nation und der Kamtschatka in Sibirien

Salzburg im September 1992: Sie kamen aus allen Kontinenten, um auf dem World Uranium Hearing (WUH) Zeugnis abzulegen über das Zeitalter, das seit dem Abwurf der US-Bomben im August 1945 auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki ATOMZEITALTER genannt wird. In der Mehrzahl stammten die Delegationen aus indigenen Gesellschaften, waren Opfer von Uranabbau, Bombentests und Strahlenmüll. Sie kamen, weil die Welt durch den Super-GAU von Tschernobyl erkannt hatte, dass die sogenannte „friedliche Nutzung“ der Atomspaltung in keiner Weise friedlich war.

Sie kamen nach Salzburg, um uns – einem internationalen „Board of Listeners“ vor Augen zu führen, dass jegliche Nutzung der Atomenergie eine Spur menschlichen Leids hinterlässt und viele Regionen der Erde unbewohnbar macht.

Sie riefen uns zu: „Lasst das Uran in der Erde!“, und sie verfassten „Die Deklaration von Salzburg“. Diese Deklaration (die auch am Fuße des Großglockners liegt) fand ihren Weg nach Genf zum Menschenrechtsrat der UNO; aus ihr entstand der internationale Nuclear-Free Future Award; er führte zum ersten Uran-Atlas. 30 Jahre sind vergangen, heute noch reden die Teilnehmer von damals, von diesem Ereignis. Zeit für einen Rückblick, zeit für einen Ausblick. Und Zeit, das Erreichte zu feiern – mit Geschichten und Gesungenem.

30 Jahre World Uranium Hearing Salzburg – das Team der Aktiven © Manfred Siebinger

Auf Initiative von Klaus Biegert und der Leopold-Kohr-Akademie erinnerte am 13. September 2022 eine Veranstaltung im Literaturarchiv Salzburg daran, dass die Probleme durch den Uranabbau keineswegs gelöst oder vom Tisch sind. Anna Rondon von der Navajo Nation berichtete von aufgelassenen Uranminen, die nur behelfsmäßig zugeschüttet würden. Es gäbe immer mehr Studien, die die gesundheitlichen Folgen durch die Uranminen bestätigen, so Rondon. Das könne dazu beitragen, dass der Opferstatus der Betroffenen endlich ernst genommen werde. Tjan Zaotschnaja, die im Exil in München lebt, informierte über die Lage in Kamtschatka, Sibirien. Die Belastungen durch Uranminen seien weiterhin enorm, eine neue Gefahr bildeten die zunehmenden Waldbrände, die verseuchtes Gebiet erreichen und so das Grundwasser sowie die Atmosphäre kontaminieren könnten. Und Umweltinitiativen täten sich aufgrund der Zensur immer schwerer, sich Gehör zu verschaffen. Der von Klaus Biegert moderierte Abend wurde musikalisch umrahmt von dem irischen Sänger Liam O’Maonlai , der bereits beim Word Uranium Hearing 1992 dabei war.

Der von Greenpeace, der Nuclear Free Future Foundation, dem BUND Deutschland sowie der Rosa-Luxemburg-Stiftung Uranatlas 2022 informiert über die gesundheitlichen und ökologischen Schäden durch den Uranabbau.

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