Post-Corona-Manifest mit fünf Forderungen

Die Menschheit befindet sich wegen der Corona-Krise im Ausnahmezustand, aber irgendwann wird die Pandemie vorbei sein. Dann ist es an der Zeit, einige Dinge grundlegend zu verändern, sagen Wissenschaftler*innen aus den Niederlanden. Sie haben fünf Forderungen für die Welt nach Corona formuliert. Hier geht es zum Post-Corona-Manifest der 174 Wissenschaftler*innen.

1. Abkehr vom Wachstumszwang

Unser Wirtschaftssystem basiere auf Warenkreisläufen, die nicht nachhaltig seien. Diese würden massiv gefördert, um das Bruttoinlandsprodukt nach oben zu treiben. Das soll nach Ansicht der Wissenschaftler enden. Investitionen ergeben aus ihrer Sicht nur noch in systemrelevanten Bereichen wie dem öffentlichen Sektor, (erneuerbarer) Energie oder Bildungs- und Gesundheitswesen Sinn. In anderen Sektoren hingegen, dürfe Wachstum nicht weiter gefördert werden. Dazu werden in dem Papier besonders fossile Energieträger, Bergbau und Werbung hervorgehoben.

2. Umverteilung des Vermögens

Auf der Empfehlungsliste der 174 Experten stehen auch ein bedingungsloses Grundeinkommen, eine hohe Besteuerung von Einkommen und Vermögen, Job-Sharing und grundsätzlich reduzierte Arbeitszeitmodelle. Zudem sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Anerkennung von Pflege, Gesundheitsberufen und Bildungsarbeit zu steigern. Berufe, deren Wert in der Coronavirus-Krise besonders deutlich zu Tage getreten ist.

3. Nachhaltige Landwirtschaft

Die Landwirtschaft müsse so umgebaut werden, dass Artenvielfalt wieder gefördert wird. Dabei zählen für die Wissenschaftler nachhaltig produzierte und regional konsumierte Lebensmittel, die hauptsächlich pflanzlich sein sollen. Zudem sollen die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft verbessert werden.

4. Weniger Konsum und Mobilität

Luxus und „wasteful consumption“ verurteilen die Forscher. Stattdessen möge man sich auf notwendige, nachhaltige und vor allem wenige Güter konzentrieren und damit zu „satisfying consumption and travel“ finden.

5. Schuldenerlass

für Arbeiter und kleinere Unternehmen sei es nun wichtig, Schulden zu erlassen, damit sie einen Weg aus der Wirtschaftskrise finden können.

„Together with many other communities, in the Netherlands and globally, we believe the time is right for such a positive and meaningful vision going forward. We urge politicians, policy-makers and the general public to start organizing for their implementation sooner rather than later“, ruft die Gruppe an Akademikern abschließend Politik und Gesellschaft dazu auf, diese positive und bedeutende Vision rasch umzusetzen, um für künftige Krisen besser gerüstet zu sein.

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