Seit einigen Tagen, während die Mobilisierung der Gymnasiasten hier und da von Brandstiftung, Sachbeschädigungen und Zusammenstößen mit den Ordnungskräften begleitet wurde, haben Jean-Luc Mélenchon und mehrere Verantwortliche von „La France insoumise“ (LFI) die mobilisierten Jugendlichen ausdrücklich dazu aufgerufen, auf „gewaltfreie Kampfmethoden“ zurückzugreifen. Diese Worte verdienen besondere Aufmerksamkeit, wenn sie von Verantwortlichen einer Bewegung kommen, der man im Übrigen vorwirft, „Öl ins Feuer zu gießen“ oder gar „Aufruhr“ zu schüren, so ein Beitrag auf Pressenza – International Press Agency. Darin heißt es:
Wenn soziale Bewegungen wirklich starke, breite und dauerhafte Machtverhältnisse aufbauen wollen, brauchen sie Methoden. Sie brauchen eine Strategie. Sie brauchen Vorbereitung und kollektive Disziplin. Sie müssen auch verstehen, dass die Ablehnung von Gewalt keineswegs bedeutet, auf Radikalität zu verzichten. Ganz im Gegenteil.
Die Radikalität eines Kampfes lässt sich nicht an der Zahl zerbrochener Schaufenster oder angezündeter Mülltonnen messen. Entscheidend ist vielmehr, ob es einer Bewegung gelingt, starke gesellschaftliche Kräfteverhältnisse zu schaffen.
Nicht die Androhung körperlicher Gewalt (eine Form der Ohnmacht) verleiht ihr Stärke, sondern durch kollektives Widerstandshandeln und manchmal auch durch zivilen Ungehorsam, der die Machthaber zu Verhandlungen zwingen kann, weil er von der Mehrheit der Öffentlichkeit unterstützt wird.
