Strategie der Gewaltfreiheit als Erfolgsmodell – Beitrag anlässlich der Jugendproteste in Frankreich

Pressenza

Seit einigen Tagen, während die Mobilisierung der Gymnasiasten hier und da von Brandstiftung, Sachbeschädigungen und Zusammenstößen mit den Ordnungskräften begleitet wurde, haben Jean-Luc Mélenchon und mehrere Verantwortliche von „La France insoumise“ (LFI) die mobilisierten Jugendlichen ausdrücklich dazu aufgerufen, auf „gewaltfreie Kampfmethoden“ zurückzugreifen. Diese Worte verdienen besondere Aufmerksamkeit, wenn sie von Verantwortlichen einer Bewegung kommen, der man im Übrigen vorwirft, „Öl ins Feuer zu gießen“ oder gar „Aufruhr“ zu schüren, so ein Beitrag auf Pressenza – International Press Agency. Darin heißt es:

Wenn soziale Bewegungen wirklich starke, breite und dauerhafte Machtverhältnisse aufbauen wollen, brauchen sie Methoden. Sie brauchen eine Strategie. Sie brauchen Vorbereitung und kollektive Disziplin. Sie müssen auch verstehen, dass die Ablehnung von Gewalt keineswegs bedeutet, auf Radikalität zu verzichten. Ganz im Gegenteil.

Die Radikalität eines Kampfes lässt sich nicht an der Zahl zerbrochener Schaufenster oder angezündeter Mülltonnen messen. Entscheidend ist vielmehr, ob es einer Bewegung gelingt, starke gesellschaftliche Kräfteverhältnisse zu schaffen.

Nicht die Androhung körperlicher Gewalt (eine Form der Ohnmacht) verleiht ihr Stärke, sondern durch kollektives Widerstandshandeln und manchmal auch durch zivilen Ungehorsam, der die Machthaber zu Verhandlungen zwingen kann, weil er von der Mehrheit der Öffentlichkeit unterstützt wird.

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Hans Holzinger

Zukunfts- und Nachhaltigkeitsforscher, Senior Adviser der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg, Bildungswerkleiter in Seekirchen, 2010-2014 Lehrauftrag an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Autor und Vortragender, Auswahl Bücher: "Wirtschaftswende" (2024), "Post-Corona-Gesellschaft" (2020), "Von nichts zu viel - für alle genug" (2016), "Neuer Wohlstand. Leben und Wirtschaften auf einem begrenzten Planeten" (2012); "Sonne statt Atom. Robert Jungk und die Debatten über die Zukunft der Energieversorgung seit den 1950er-Jahren" (2013), "Von nichts zu viel - für alle genug" (2016), "Post-Corona-Gesellschaft" (2020). Forschungsschwerpunkte: Zukunft der Arbeit und sozialen Sicherung, globaler Ausgleich, neue Wohlstandbilder. Mitglied u.a. von Scientists for Future, Attac, Gemeinwohlökonomie, , Südwind, Amnesty International.

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