Verein gegen Tierfabriken ruft zu Fiakerverbot in Salzburg auf | Petition lanciert

Die Salzburger Gruppe des Vereins gegen Tierfabriken setzt sich für ein Fiakerverbot in der Stadt Salzburg ein und ruft zur Unterstützung einer Petition auf. Hier die Begründung:

– Pferde sind Fluchttiere, die ihre Sinne verwenden, um Gefahren zu
orten. Der Lärm, die Autos, Fahrräder und Menschenmassen in der Stadt
lösen bei ihnen großen Stress aus. Um den Fluchtreflex der Pferde zu
minimieren, wird ihre Sicht mit Scheuklappen eingeschränkt.

– Immer wieder auftretende Unfälle, die manchmal leider sogar mit
schweren bis tödlichen Verletzungen von Menschen und Tieren enden,
sprechen ebenfalls dafür, dass Fiakerpferde dem Stress nicht gewachsen
sind. Kleinste, nicht vorhergesehene Zwischenfälle können die Pferde in
Panik versetzen, sodass es für die Kutscher*innen nicht mehr möglich
ist, die Tiere unter Kontrolle zu halten.

– Die Pferde müssen jederzeit abfahrbereit sein, sind in der Stadt also
immer angeschirrt. Während dieser Zeit können sie sich nicht frei
bewegen, sondern müssen mehr oder weniger bewegungslos herumstehen.

– Da Pferde Fluchttiere sind, ist ihr ganzer Körper auf viel Bewegung
angepasst. Langes Stehen kann zu Problemen im Bewegungsapparat der
Pferde führen.

– Die Pferde müssen am harten Asphalt gehen. Das kann zu Knochen-,
Gelenk- und Sehnenproblemen führen.

– Viele Pferde haben Fellabschürfungen, wenn das Geschirr nicht passt
oder wenn das Pferd unsachgemäß oder zu lange angeschirrt war.

– Den Pferden steht in der Stadt nicht dauerhaft Heu zur Verfügung, von
dem sie essen können. Pferde verfügen über Verdauungsorgane, und einen
Bewegungsapparat, die an eine stundenlange Futtersuche angepasst sind.
Normalerweise würde ein Pferd täglich bis zu 16 Stunden grasen und sich
dabei langsam fortbewegen.

– Die Tiere sind gezwungen, tagein, tagaus neben Artgenoss*innen zu
stehen, die sie sich nicht aussuchen können. Das entspricht nicht dem
komplexen Sozialverhalten der Tiere. In einer natürlichen Umgebung
würden Pferde zum Beispiel von rivalisierenden Tieren einfach weggehen
bzw. könnten sich bei Streitigkeiten wehren. Angeschirrt an der Kutsche
ist dies nicht möglich.

– Pferde sind Steppentiere, aber eine Großstadt ist keine Steppe. In der
Steppe würden die Pferde an heißen Tagen kühlere Plätze aufsuchen. In
der Stadt sind sie tagsüber in ihrem Geschirr eingespannt und können
sich nicht frei bewegen. Sie können deshalb auch nicht immer trinken,
wenn sie durstig sind, sondern nur, wenn ihnen Wasser angeboten wird.
Die zusätzliche Hitzebelastung der Stadt darf ebenso nicht unterschätzt
werden. Der Asphalt und die Häuser strahlen im Sommer enorme Hitze ab.

– Fiaker sind nicht mehr zeitgemäß. Es gibt viele tierfreundliche
Alternativen, wie unter anderem E-Fiaker, Rikschas, Segways, Hop On Hop
Off Busse oder öffentliche Verkehrsmittel. Der Vorteil von E-Fiakern
wäre, dass so die Kutschen weiterhin durch die Stadt fahren würden,
jedoch ohne vorgespannte Pferde. Die Altstädte ließen sich aber auch zu
Fuß wunderbar erkunden.

– Viele Städte haben Fiaker bereits aus Tierschutzgründen verboten,
darunter Barcelona, Chicago, Istanbul, Las Vegas, London, Mumbai,
Toronto und viele weitere mehr.

Die derzeitige Lage in Salzburg:

Der Vertrag der Fiaker mit der Stadt Salzburg läuft immer über 5 Jahre,
danach muss er verlängert werden. 2023 läuft der Vertrag aus – unser
Kampagnenziel ist es, dass dieser Vertrag 2023 nicht mehr verlängert wird.
Derzeit gibt es eine Hitzefrei-Regelung für die Pferde ab 35 Grad
gemessen in Salzburg-Freisaal (am Stadtrand, im Schatten, im Grünen). Im
Dezember 2020 hat der Gemeinderat auf unsere damalige Hitzefrei-Kampagne
hin einstimmig ein Hitzefrei ab 30 Grad, gemessen am Residenzplatz
beschlossen. Da die 35-Grad-Regelung jedoch im Vertrag, der noch bis
2023 läuft, festgehalten ist, weigern sich die Fiaker leider, die neue
Hitzefrei-Regelung, die den Schutz der Pferde hätte verbessern sollen,
umzusetzen.“

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